FIFA Event
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„Einmal in der Bundesliga auflaufen!“, so lautet der Traum vieler Fussballbegeisterter. Doch allzu häufig scheitert dieser Traum an fehlendem Talent. Bei der Virtuellen Bundesliga (VBL) ist das anders. Das einzige was hier für die Teilnahme benötigt wird, ist eine Konsole, ein halbwegs stabiler Internetzugang und die aktuellste Version der beliebten Fussballsimulation FIFA. Außerdem wird vorgeschrieben, dass die Spieler ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben müssen. Und so kam es, dass im letzten Jahr mehr als 150.000 ambitionierte Gamer an der VBL teilgenommen. Bei der VBL handelt sich um einen eSport-Wettbewerb, mit vollem Namen „TAG Heuer Virtual Bundesliga“, welcher vom Spiele-Entwickler Electronic Arts und der Deutschen Fussball-Liga DFL ins Leben gerufen wurde. Dass sich zwei solche Riesen der Gaming- und Fussballbranche diesem Projekt gemeinsam annehmen, zeigt was für ein enormes Potential im eFootball steckt.

Da es zu der neuen VBL Saison 2018/19 zahlreiche Änderungen am Modus der VBL gab, haben wir uns dazu entschlossen etwas näher auf diese einzugehen.

Die Virtuelle Bundesliga wird reformiert

Bereits seit 2012 existiert der virtuelle Ableger der richtigen Bundesliga, bisher wurde dieser jedoch in der Regel im „Ultimate Team“-Spielmodus ausgetragen und es wurde jeweils ein einzelner Spieler zum Deutscher Meister gekürt. Im „Ultimate Team“-Spielmodus konnten sich die Teilnehmer ein Team individuell aus allen Spielern des Spiels zusammenstellen und durch In-Game-Käufe Vorteile verschaffen. Die einzelnen Spielerwerte werden in diesem Modus nicht verändert, sondern orientieren sich an der Realität. All diese Aspekte sorgen dafür, dass im „Ultimate-Team“-Modus keine durchgängige Chancengleichheit zwischen den Teilnehmern der Liga gewährleistet werden konnte, was EA und die DFL zum Handeln verleitete.

Mit der neuen Version des Konsolen-Klassikers, FIFA 19, welche seit September 2018 weltweit erhältlich ist, kommt nun nämlich ein neuer, kostenloser In-Game-Modus mit dem Namen „VBL Open“ hinzu, der seit dem 1. Dezember 2018 für alle PS4- und Xbox One-Spieler verfügbar ist und den Ablauf der Virtuellen Bundesliga neu strukturiert. Zudem wird im Rahmen einer VBl-Saison nun ein individueller Deutscher Meister gekürt, sowie ein Klub-Meister im Rahmen des neuen Formats „VBL Club Championship“.

Ab der Saison 2018/19 gibt es zudem zwei Wege sich für das Finale zu qualifizieren. Der „Ultimate Team“-Modus ist Geschichte. Stattdessen wird jetzt nur noch mit Mannschaften aus der der 1. und 2. Bundesliga gespielt, dessen Spieler alle gleich stark mit 85 gewertet sind. Für jede Position gibt es spezifische Vorgaben für beispielsweise Tempo-, Schuss- und Dribbling-Wert. So hat zum Beispiel jeder Stürmer eine gleich starke Schusskraft, aber auch ein gleich schlechtes Abwehrverhalten, was für vollkommene Chancengleichheit sorgt. Es zählt nicht mehr, ob man mit Bayern-Spielern oder doch nur mit den zweitklassigen Kickern aus Sandhausen zockt.

Damit ihr die Struktur der Gaming-Liga versteht, erklären wir euch die folgenden vier Begriffe, welche die zentralen Bausteine des neuen Systems sind:

1. VBL Open

Dieser kostenlose In-Game-Modus ist der Weg für die breite Teilnehmer-Masse in das „Grand Final“ und stellt den Startpunkt des Turniers dar. Jedem FIFA 19-Spieler auf PS4 und Xbox One stehen 90 Partien pro Monat zur Verfügung, bei denen er durch gute Ergebnisse Punkte sammeln kann. Pro Monat qualifizieren sich dann je Konsole die 18 Punktbesten für die nächste Runde der Liga, die Playoffs. Dieser Modus läuft vom 1. Dezember 2018 bis zum 28. Februar 2019. Das heißt, dass die Teilnehmer insgesamt drei Mal die Chance haben, die Playoffs zu erreichen.

2. VBL Club Championship

Das gab es bisher noch nie! Erstmals treten in diesem Jahr 22 Fussballvereine der 1. und 2. Bundesliga innerhalb de rVirtuellen Bundesliga in einer eigenen, geschlossenen Liga, der „VBL Club Championship“, gegeneinander an und spielen um den Titel des „VBL Club Champion“, den Deutschen Klub-Meister des Fussball-eSports. Die Vereine, Schalke 04 und VfL Wolfsburg zählen unter anderem dazu, müssen dabei mindestens zwei und maximal vier eSportler aus den eigenen Reihen für ihren Kader benennen. Die Spielphase geht vom 16. Januar bis zum 15. März 2019 und beinhaltet 21 Spieltage ohne eine Rückrunde. Dabei sind alle teilnehmenden Teams dazu verpflichtet 48 Stunden vor Beginn des Spieltages zwei Spieler aus ihrem Kader für diesen Spieltag zu bestimmen. Jede Begegnung zweier Vereine setzt sich aus insgesamt drei Partien, bei denen immer je ein Sieger-Team hervorgehen muss, zusammen: Zwei eins-gegen-eins Duelle, eins auf der PlayStation, das andere auf der Xbox, und ein Spiel im zwei-gegen-zwei Format bei dem der Heim-Verein die Konsole bestimmt. Jeder Sieg ist gleich viele Punkte wert und so ergibt nach den drei Spielen ein Team als Gesamtsieger.

Neben dem Kampf um den Titel, qualifizieren sich außerdem je zwei Spieler der Mannschaften, die nach den 21 Spieltagen, auf den ersten sechs Plätzen der Tabelle beheimatet sind, direkt für das „Grand Final“. Die Spieler-Paare, dessen Vereine auf den Plätzen sieben bis 16 stehen, kommen weiter in die Playoffs.

3. VBL Playoffs

In den „VBL Playoffs“ treffen die 108 Qualifikanten aus den VBL Open und die 10 aus der VBL Club Championship aufeinander. Gespielt wird wieder sowohl auf der Playstation, als auch auf der Xbox. Die Playoffs finden vom 22. bis zum 24. März 2019 statt. Die Sieger dieses Modus qualifizieren sich für das „Grand Final“.

4. VBL Grand Final

Das „Grand Final“ ist der glorreiche Abschluss der VBL-Saison. Hier wird der Titel des Deutschen Meisters in FIFA und ein noch nicht dotiertes Preisgeld zwischen den Qualifikanten der Playoffs und der Club Championship in Form einer Gruppenhase und einer anschließenden K.O.-Runde ausgespielt. Ausgetragen wird dieses im Fussballmuseum in Dortmund vom 10. bis zum 12. Mai 2019, eine Woche vor dem Saisonfinale der „richtigen“ Bundesliga. Im letzten Jahr gewann Tim „TheStrxnger“ Katnawatos und holte sich den Titel.